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Autoren: Volker Kunz, Bettina Westle und Sigrid Roßteutscher

Soziales Kapital - unbestreitbar gibt es in der aktuellen Politischen Soziologie kaum ein anderes Thema, das eine solche Breitenwirkung entfaltet. Unzählige Kommentare, Aufsätze und Forschungsprojekte sind dem Sozialkapital und dessen Entstehung und Wirkung gewidmet.

Was ist damit gemeint? Sozialkapital ist ein Konstrukt aus drei Elementen: 1) sozialen Beziehungen, wie sie vor allem aus Aktivitäten in Vereinen und anderen Typen von Netzwerken entstehen, 2) ein grundsätzliches Vertrauen in seine Mitmenschen und 3) bestimmten Werten und Normen, die solidarisches, auf die Gemeinschaft bezogenes Denken und Handeln unterstützen. Die Debatte um Sozialkapital hat in der aktuellen Politikwissenschaft vor allem deshalb einen so hohen Stellenwert erreicht, weil der Fundus an Sozialkapital mit der Überlebensfähigkeit moderner Demokratien, der Funktionsfähigkeit sozialstaatlicher Institutionen, aber auch allgemeinen pathologischen Erscheinungen moderner Gesellschaften wie Kriminalität, Drogenmissbrauch oder Selbstmordraten in Beziehung gesetzt wird. Dabei wird postuliert: Je mehr Sozialkapital (d.h. je mehr Vereinsengagement, je mehr Vertrauen und je mehr gemeinschaftliche Werte und Normen) in einer Gesellschaft vorhanden ist, um so besser funktionieren Demokratie und Wohlfahrtsstaat, und um so eher lassen sich die vielfältigen Übel und Verwerfungen der Moderne vermeiden.

Im ersten Modul wird versucht, die Geschichte der Sozialkapital-Debatte nachzuzeichnen. Dazu werden vor allem die philosophischen, theoretischen und politisch-sozialen Hintergründe der Debatte skizziert. Anschließend werden die unterschiedlichen Aspekte des Sozialkapitals systematischer dargestellt. Diese Definitionen und Unterscheidungen werden dann auch die weiteren Ausführungen in dieser Lerneinheit begleiten. In einem zweiten Abschnitt des ersten Moduls werden die Ansätze und Arbeiten der drei Hauptprotagonisten der Sozialkapital-Debatte – Pierre Bourdieu, James Coleman, Robert Putnam - vorgestellt. Das zweite Modul widmet sich der sogenannten Operationalisierung, also der Art und Weise, in der Sozialkapital-Thesen empirisch überprüft werden können. In den Modulen drei und vier werden empirische Analysen zum Sozialkapital in Bezug auf Deutschland und in international vergleichender Perspektive vorgestellt. Der letzte Abschnitt dieser Lerneinheit beruht auf den vorherigen Analysen und versucht eine kritische Bewertung der zentralen Sozialkapital-Thesen.

Link: http://ilias.politikon.org:81/goto.php?target=pg_17679_237&client_id=politikon

Fertigstellung 2003
Umfang 125
Layout Text (HTML)
Bilder nein
Tabellen und Abbildungen ja
Literatur Umfangreiche Literaturlisten am Ende der Module
Download nein