Autoren: Siegfried Schieder, Michael Franz, René Fritsch, Johanna Loehr
Einführung:
Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts und dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1990 hat sich die Welt grundlegend verändert. Die bipolare Machtstruktur des Ost-West-Konflikts, welche die Nachkriegszeit prägte, hat sich aufgelöst. Das globale System durchläuft einen Prozess des Wandels und des Umbruchs. Dieser ist in seiner historischen Qualität nur noch mit dem Ende des II. Weltkrieges zu vergleichen. Die USA sind aus dem Ende des Kalten Krieges als die einzig verbliebene Weltmacht hervorgegangen und haben erstmals in der Geschichte keinen gleichwertigen Rivalen. Sie sind weltweit das einzige Land, das zu dauerhafter globaler Projektion militärischer Macht in der Lage ist. Sie besitzen die stärkste Volkswirtschaft der Erde, die in den 1990er Jahren einen nie zuvor in der gesamten Geschichte der Vereinigten Staaten gekannten Boom erlebte. Und die USA sind die Nation, die leichter als jeder andere Staat in der Lage ist, eigene Vorstellungen als weltweite Normen durchzusetzen, notfalls auch unilateral. Nicht nur für die Massengesellschaft, sondern auch für kulturelle Eliten setzen die USA seit langem weltweit Standards. Ihre globale Rolle liegt in der historisch einmaligen Synthese von Macht und Mission, von wirtschaftlicher Stärke, weltweiter kultureller Meinungsführerschaft und militärischer Überlegenheit begründet.
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