Autor: Karl-Dieter Opp
Die zwei Arten von Sozialwissenschaft
Es wird oft behauptet, es gebe zwei Arten von Wissenschaften. Die Naturwissenschaften sind erklärend oder nomothetisch, während Geisteswissenschaften einen verstehenden oder deutenden (idiographischen) Zugang zu ihrem Forschungsfeld haben. Diese These wurde z.B. von Wilhelm Dilthey (1833-1911) vertreten. Typisch bei einem verstehenden Vorgehen ist, dass nicht, wie bei einer Erklärung, explizit Gesetzesaussagen angewendet werden. Man kann die Methode des Verstehens in den Sozialwissenschaften zunächst grob so charakterisieren: Der Forscher versetzt sich in die Situation der Akteure und ermittelt dabei deren Beweggründe für ihr Handeln. Während Wilhelm Dilthey die unterschiedlichen Vorgehensweisen Natur- und Geistes- bzw., wie wir sagen wollen, Sozialwissenschaften zuschreibt, gelten sie auch innerhalb der Sozialwissenschaften: auch hier gibt es Wissenschaftler, die eher eine erklärende und die eher eine verstehende (oder, gleichbedeutend, hermeneutische oder qualitative) Vorgehensweise bevorzugen.
Zu behandelnde Fragen
Will man sich mit der Methode des Verstehens befassen, wird man als erstes wissen wollen: Wie geht man bei der Methode des Verstehens vor? Wenn diese Frage beantwortet ist, ist als nächstes von Interesse: Wie ist die Methode des Verstehens zu beurteilen? Dabei ist insbesondere der Vergleich mit der Methode des Erklärens wichtig. Diese beiden Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Lerneinheit.
Link zur Lerneinheit: http://ilias.politikon.org/goto.php?target=pg_15658_207&client_id=politikon
