Autor: Hermann Dülmer
Die vorliegende Lerneinheit über ausgewählte komplexe Messverfahren behandelt mit der
Skalogramm-Analyse nach Guttman, der Conjoint- und Vignetten-Analyse und der Magnitude-Skalierung drei eigenständige Teilbereiche.
Am Beispiel verschiedener Formen der legalen, unkonventionellen politischen Partizipation wird im ersten Teilbereich aufgezeigt, wie sich aus mehreren Items mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden eine ordinalskalierte Guttman-Skala konstruieren lässt.
Die Conjoint- und Vignetten-Analyse sind recht eng miteinander verwandte Verfahren, die sich durch die Kombination eines Messmodells (experimentelles Design) mit bestimmten statistischen Auswertungsverfahren auszeichnen. Anders als bei den meisten herkömmlichen Verfahren, bei denen die Befragten einzelne, zumeist recht allgemein gehaltene Fragen zu beantworten haben, werden bei der Conjoint- und Vignettenanalyse leicht variierende, konkrete und damit auch sehr realitätsnahe Situationsbeschreibungen wie etwa Wahlplattformen mit den wichtigsten politischen Zielen vorgegeben, die von den Befragten unter einem bestimmten Aspekt zu bewerten sind. Mit Hilfe der Regressionsanalyse lässt sich die Urteilsstruktur jedes einzelnen Befragten anschließend in seine Bestandteile auffächern. Die auf metrischem Messniveau gemessenen Kennwerte stehen für weitere Auswertungen wie z.B. die Mehrebenenanalyse (Analyse personen- und situationsbezogener Bestimmungsgründe des Urteilsverhaltens) oder die Clusteranalyse (politische Marktsegmentierung) zur Verfügung.
Der dritte Teilbereich wendet sich mit der Magnitude-Skalierung schließlich einem Messverfahren zu, mit dessen Hilfe sich methodenbedingte Schwächen herkömmlicher kategorialer Antwortskalen vermeiden lassen. Darüber hinaus lässt sich die Magnitude-Skalierung aber auch zur Konstruktion metrischer Skalen verwenden (Skalenbildungs-Ansatz).
Link zur Lerneinheit: http://ilias.politikon.org/goto.php?target=pg_18352_259&client_id=politikon
