Arbeitskreis "Verbände" der DVPW

Startseite   Aktuelles/Call for Papers   Tagungen/Berichte   Veröffentlichungen    Forschungsaktivitäten

DVPW-Rundbrief Nr. 117, Herbst 1997

ARBEITSKREIS "VERBÄNDE"

News:

Der Arbeitskreis hat einen elektronischen Newsletter eingerichtet, der der gegenseitigen Information über aktuelle Forschungsvorhaben, Publikationen - vor allem graue Literatur, sowie dem individuellen Informationsaustausch zwischen den Arbeitskreismitgliedern dienen soll. Er wird von Berlin aus vertrieben. Interessenten können durch eine kurze e-mail-Meldung an wessels@medea-wz-berlin.de in den Verteiler aufgenommen werden.

Der aus der Berliner Tagung des Arbeitskreises Ende 1995 hervorgegangene Band ist im Juli erschienen: Ulrich von Alemann, Bernhard Weßels (Hrsg.), Verbände in vergleichender Perspektive. Beiträge zu einem vernachlässigten Feld, Berlin: edition sigma 1997, 289 Seiten, Organisationsregister, DM 36.00, ISBN 3-89404-164-1.

Die nächste Tagung des Arbeitskreises wird Ulrich Willems und Thomas von Winter vom 30.01.-01.02.1998 in Hamburg ausgerichtet werden.

 

CALL FOR PAPERS
für die Arbeitkreistagung
"Politische Repräsentation schwacher Interessen"

30.01.-01.02.1998 in Hamburg

Beim letzten Zusammentreffen des Arbeitskreises ‘Verbändeforschung’ in Kaiserslautern haben die anwesenden Mitglieder das von Ulrich Willems und Thomas von Winter gemachte Angebot aufgegriffen, eine Tagung zum Thema ‘Politische Repräsentation schwacher Interessen’ zum organisieren. Die Sprecher werden in Absprache mit den Organisatoren das Tagungsprogramm gestalten. Interessierte sind aufgefordert, bis Ende Oktober 1997 Beiträge zum Tagungsthema bei den Arbeitskreissprechern anzumelden.

Ausgangspunkt des Tagungsthemas ist die im Kontext der Pluralismuskritik entwickelte These, daß zwischen den Interessen der beruflichen Statusgruppen einerseits und den Interessen von Nichtwerwerbstätigen sowie den allgemeinen Interessen andererseits ein deutliches Gefälle hinsichtlich der Organisierbarkeit und politischen Durchsetzungsfähigkeit besteht. Verschiedene Theoriestränge, die konfliktorische Pluralismuskritik und die neue Politische Ökonomie ebenso wie der Korporatismusansatz, sind übereinstimmend zu der Auffassung gelangt, daß die letzteren Interessen auf allen Ebenen der Interessenvermittlung, sowohl bei der Verbandsbildung als auch im politischen Willensbildungsprozeß, systematisch benachteiligt sind. Dies These hat sich insofern bewährt, als grundsätzlich kaum ein Zweifel an der asymmetrischen Struktur des Verbandsgefüges bestehen kann. Gleichwohl haben sich die vermeintlich ‘schwachen’ Interessen in weit höherem Maße als organisations- und konfliktfähig erwiesen und gehen auch auf mittelbare Weisen weit stärker in die Interessenvermittlung ein als dies von den Pluralismuskritikern erwartet worden ist. Nicht zufällig kommt es daher gegenwärtig zu einer partiellen Rehabilitierung der Pluralismustheorie. Zudem liegt mittlerweile eine Reihe von Studien insbesondere zu den Verbänden von Nichterwerbstätigen vor. Eine systematische Bilanz und Würdigung der neueren Entwicklungen im Bereich der ‘schwachen’ Interessen steht derzeit jedoch noch aus. Weite Bereiche des Spektrums organisierter Interessen wie etwa die Public Interest Groups, aber auch Frauenverbände und viele Organisationen aus dem sozialpolitischen Bereich sind nach wie vor nur unzureichend erforscht. Was zudem fehlt, ist einerseits eine Verknüpfung der bereits vorliegenden empirischen Befunde mit der neueren Verbändetheorie, andereseits eine systematische Überprüfung des theoretischen Angebots der neueren Verbändetheorie mit Hilfe vergleichender Studien.

Es ist das Ziel der Tagung, die aufgezeigten Forschungslücken ein Stück weit aufzufüllen. Theoretisch ist zum einen von Interesse, wie sich Verbandsbildungsprozesse, Bestandssicherungs- und Einflußstrategien im Bereich ‘schwacher’ Interessen erklären lassen. Gefragt sind daher Beiträge, die sich mit Prozessen der Organisierung von ‘schwachen’ Interessen, mit politikfeldbezogenen Willensbildungsprozessen oder staatlich-verbandlichen Beziehungen sowie ihren gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen und Bedingungen beschäftigen. Zum anderen ist zu klären, welche Rolle indirekte Repräsentationsmechanismen im Prozeß der Interessenvermittlung spielen. Dies beinhaltet etwa die Frage, ob und, wenn ja, auf welche Weise die Interessenverbände des Erwerbssystems und andere etablierte Großorganisationen wie die Wohlfahrtsverbände oder die Kirchen sich die Interessen ressourcenschwacher Gesellschaftsgruppen, die in ihrer Mitgliedschaft nicht oder kaum repräsentiert sind, zueigen machen und ihnen politisch Geltung verschaffen.

Kontaktadressen der Arbeitskreissprecher:

Prof. Dr. Ulrich von Alemann 
FernUniversität - GH - Hagen 
Institut für Politikwissenschaft 
58084 Hagen  

Tel: 02331-987-2160 
Fax: 02331-987-326 
ulrich.vonalemann@fernuni-hagen.de

Dr. Bernhard Weßels
Wissenschaftszentrum Berlin
für Sozialforschung (WZB)
10785 Berlin

Tel: 030-25491-315/313
Fax: 030-25491-684
wessels@medea.wz-berlin.de
 

zurück zur Liste der Berichte

zurück zur Startseite